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"Ich bin froh, diese Therapieform gewählt zu haben!"
 

Behandlungsmöglichkeiten beim lokalisierten Prostatakarzinom

Das Ziel einer Therapie beim lokalisierten Prostatakarzinom ist die vollständige Elimination der bösartigen Zellen und damit die definitive Heilung. Dieses Ziel kann umso besser erreicht werden, je weniger fortgeschritten die Krankheit ist. Die drei wichtigsten Behandlungsmethoden mit dem Ziel der Heilung sind: die Chirurgie, die externe Bestrahlung und die Brachytherapie.

 

Brachytherapie

(spezielle Strahlentherapie)

Brachytherapie ist eine spezielle Form der Strahlentherapie, bei der die Strahlenquelle ganz nahe zum Tumor gebracht wird (von griechisch brachys = nah). Es gibt viele verschiedene Formen der Brachytherapie. Bei der Prostata wird meistens die  "Seed-Implantation" eingesetzt, deshalb wird die Behandlung auch Prostata-Seed-Implantation genannt (von englisch seed = Saatkorn).  Dabei werden schwach radioaktive, etwa Reiskorn-grosse Titanstifte in die Prostata implantiert. Bei der Brachytherapie wird eine vorausberechnete Strahlendosis direkt auf die Krebszellen verabreicht. Die andern Organe werden dabei kaum bestrahlt. Während die Strahlung mit der Zeit abnimmt, verweilen die Titanstifte problemlos in der Prostata. Die Brachytherapie kann alleine oder in Kombination mit Hormontherapie und/oder externer Teilkörperbestrahlung durchgeführt werden. Im Allgemeinen handelt es sich dabei um eine kurze stationäre Behandlung von 1-2 Tagen. Nach der Implantation kann es bei einigen Patienten zu Beschwerden beim Wasserlassen kommen. Diese sind vorübergehend und können ein paar Wochen oder Monate nach der Implantation anhalten.

 

Chirurgie

(operative Entfernung der Prostata)

Die radikale Prostatektomie ist die chirurgische Entfernung der Vorsteherdrüse. Bei ihr verweilt der Patient nach der Operation mehrere Tage im Krankenhaus, anders als bei der Brachytherapie, die nur einen kurzen stationären Aufenthalt erfordert. Die beiden häufigsten Nebenwirkungen dieser Behandlung sind der (teilweise) Verlust der Blasenkontrolle (Inkontinenz) und die Unfähigkeit, eine Erektion aufrecht zu halten (Impotenz).

 

Strahlentherapie

(externe Bestrahlung)

Diese Behandlungsart verwendet hochenergetische Röntgenstrahlen, die auf die Prostata gerichtet werden. Die Behandlungsdauer umfasst 6-8 Wochen an 5 Tagen in der Woche. Als Nebenwirkungen können auftreten: Vermehrter Harndrang und Impotenz (weniger ausgeprägt als bei der Chirurgie), aber auch Veränderungen am Mastdarm mit geringen Blutabgängen und häufigerem Stuhldrang.

 

Hormontherapie

Das Ziel dieser Behandlung ist es, den Testosteron-Spiegel (Männlichkeitshormon) zu senken. Dies verlangsamt das Wachstum der Krebszellen für eine Weile. Unter gewissen Umständen können Hormone zusammen mit der Brachytherapie oder der externen Bestrahlung verwendet werden um die Prostata und den Tumor schrumpfen zu lassen. Mit der Hormontherapie alleine kann die Tumorkrankheit jedoch nicht eliminiert werden. Sie ist also nur eine unterstützende und keine zur Heilung führende Behandlung.

 

Beobachten und Abwarten

Viele Prostatatumore wachsen langsam, deshalb kann der Arzt für einen bestimmten Zeitraum eine engmaschige Kontrolle ohne aktive Therapie empfehlen. Während dieser Zeit werden die Entwicklung und das Wachstum des Tumors sehr sorgfältig überwacht.